Analyse von rechten Straftaten in 2018 in Märkisch-Oderland der AG BOrG

Die AG Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt (AG BOrG) des Alternativen Jugendprojekt 1260 e.V sammelt stetig Delikte mit rechtem Tathintergrund und erstellt für jedes Jahr Chroniken. Im Folgenden wollen wir eine Kurze Analyse der Chronik aus 2018 vorstellen:

Offene Präsenz von Neonazis in Form von Demonstrationen oder Kundgebungen kommen im Landkreis relativ selten vor. Aber wie 2018 zeigt, sind sie nicht gänzlich verschwunden – letztes Jahr fanden rechte Versammlungen wieder vermehrt in Märkisch-Oderland statt. Der Schein, dass es damit eine kleine oder inaktive rechte Szene gibt, trügt aber, wie die Chronik der AG BorG Strausberg zeigt. Die Zahl der Taten mit rechten Tatmotiv in den letzten Jahren schwankt, aber die Zahl der Delikte wie Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung bleibt in etwa über die Jahre gleich. In 2018 gab es insgesamt 33 Delikte mit einem klaren rechten Tathintergrund (2017: 20). Davon waren insgesamt 6 Körperverletzungen (2017: 0), wobei wiederum die Hälfte davon gefährliche Körperverletzungen waren. Beleidigung und Volksverhetzung wurden jeweils 3 mal erfasst (2017: 6 & 4). Ein besonders hoher Anteil der Straftaten in 2018 waren Sachbeschädigungen in Form von Graffitis und Schmierereien, Sticker, aber auch tatsächliche Zerstörung. 33 dieser Taten wurden in 2018 erfasst, wobei ein klarer Schwerpunkt in Strausberg liegt. Im letzten Jahr fanden sich sehr häufig gesprühte oder gemalte nazistische Symbole wie Hakenkreuze oder Runen, aber auch jede Menge Sticker. Nicht unerheblich waren auch die Sticker der neonazistischen Kleinstpartei „der III. Weg“. Bei diesen Delikten haben sich vor allem Strausberg Vorstadt, aber auch die Altstadt von Strausberg als Hotspots herauskristallisiert. Zusätzlich tauchte auch Seelow vermehrt als Ort von rechten Delikten auf. Hier spielt sicherlich auch die Entstehung der „Kameradschaft Märkisch-Oderland“, die dem Raum Seelow zugeordnet wird, eine Rolle. Bad Freienwalde wurde – im Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen es dort viele rechte Übergriffe auf Geflüchtete gab – nur eine Straftat mit klaren rechten Hintergrund registriert.

NPD und Rechtsrock

Die NPD – eigentlich in einem desolaten Zustand im Kreis – hat sich im April 2018 mit einer Infostandtour durch Märkisch-Oderland wieder bemerkbar gemacht. Insgesamt 5 Infostände, je einer in Seelow, Bad Freienwalde, Münchberg, Fredersdorf und Rüdersdorf, haben sie am 28. April abgehalten. Dabei wurde die Aktion vor allem durch Aktive aus anderen Kreisverbänden maßgeblich organisiert und durchgeführt. (Siehe auch: https://inforiot.de/npd-infotour-durch-maerkisch-oderland/).

Ein weiteres Event, was wiederum die Organisiertheit und die Vernetzung der Rechtsrock-Szene, explizit der Strausberger Neonazi Band „Exzess“ in Märkisch-Oderland zeigt, ist ein Konzert, das im Mai 2018 in Garzin stattfand. Um 500 Neonazis haben sich auf einem Privatgrundstück zusammengefunden. Zusätzlich zu „Exzess“ spielte auch die Berliner Band „Die Lunikoff-Verschwörung“.

AfD im Landkreis

Die AfD war in 2018 im Kreis weiterhin sehr präsent, vor allem über die sogenannten Stammtische oder andere Austausch- und Gesprächskreise. Dennoch sind wesentlich weniger dieser Events in 2018 durchgeführt worden, – insgesamt: 23 – als noch 2017 (32). Dies könnte am Wahljahr 2017 gelegen haben. Dafür versuchte die AfD aber ein Großevent zu organisieren. Am 1. September lud der Kreisverband zu einer Konferenz, wo die AfD die „soziale Frage“ diskutieren wollte, mit teils prominenten und klar rechts bis neonazistisch zu verortenden Gästen (siehe auch: https://inforiot.de/afd-in-mol/). Die Konferenz war durch die wenigen Teilnehmenden und den breiten Protest dagegen jedoch ein Flop. Tätigkeitsschwerpunkte für die AfD waren 2018 die Orte Strausberg, Müncheberg und Hönow, wo sie viele Veranstaltungen organisierten. Zusätzlich gründete sich in Wriezen eine eigene Ortsgruppe mit „Bürgerbüro“. Auch in Strausberg wird seit einem Jahr relativ folgenlos versucht, eine Ortsgruppe ins Leben zu rufen. Kurz wurde die AfD auch im September in Seelow aktiv, als es um die Unterbringung von Geflüchteten in einem Ortsteil ging. Schnell mobilisierten sie unter dem üblichen stumpfen Rassismus zu einer Kundgebung unter dem Titel „Nein zum Ghetto“. Die Teilnehmenden waren neben Anwohner_innen auch Neonazis aus Seelow, wo die AfD keinerlei Berührungsängste zeigte.

Jüngste Geschehnisse – Imbissbrand

Durch die zeitliche Nähe zum Jahr 2018 und der noch nicht weiteren Publikmachung, möchten wir hier noch kurz auf einen Imbissbrand Mitte Februar in Strausberg Vorstadt eingehen. Der Döner-Imbiss von einem aus Syrien geflohenen Mann ging gegen 4 Uhr morgens in Flammen auf. Eine Augenzeugin berichtete von einem Knall und fliehenden Menschen. Alles deutet also auf Brandstiftung hin. In Kombination mit den Analysen von oben wird deutlich, das Strausberg Vorstadt ein Hotspot für rechte Aktivitäten ist. Was Graffitis und Sticker schon andeuteten, zeigt der Brandanschlag nochmals: es gibt eine aktive rechte Szene in Strausberg, die wie eh und je in Strausberg Vorstadt verankert ist. Der Imbiss wurde nur einen Monat vor dem Brand eröffnet.

Stellungnahme AG „Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt“ Strausberg

Hiermit möchten wir kurz über einen Sachverhalt vom vergangenen Freitag, den 12.04.2019 informieren.

Am Freitag übernahmen Freunde des Vereins „Alternatives Jugendprojekt 1260 e.V. – Horte“ die Bewerbung der Veranstaltung am 20.April, in dem Plakate in Strausberg angebracht wurden. Der 20. April wird von Neonazis gemeinhin als „Führergeburtstag“ gefeiert. Dieses im Hinterkopf habend, hatten die Plakate einen klaren antifaschistischen und antihitlerischen Inhalt.

Gegen 23 Uhr wurden die Plakatierenden dann am Bahnhof Strausberg-Stadt anfangs von nur einer schwarz-gekleideten Person angesprochen, was sie da machen würden. Die Plakatierenden erklärten daraufhin , dass sie Werbung für die Veranstaltung kleben würden. Kurz darauf kamen zwei weitere, ebenfalls schwarz gekleidete und teilweise vermummte Personen, aus der anderen Richtung und sprachen die Plakatierer ebenfalls an. Die drei Personen gehörten klar zusammen und forderten die Plakatierer auf, ihre Tätigkeiten sofort einzustellen, teils mit der Begründung, dass sie nicht der gleichen politischen Meinung wären.

Nachdem der Fall an uns heran getragen wurde, sahen wir uns mit den Bedrohten gemeinsam Bilder/Fotos im Internet zur örtlichen Neonaziszene an und konnten die Angreifer zweifelsfrei identifizieren.

Hierbei handelt es sich um die zwei Bandmitglieder der Rechtsrockband „Exzess“: Tobias V. (Gesang, MMA-Kämpfer) und Patrick A. (Schlagzeug, ehemals DVU-Kandidat), sowie um Andrew Ron S. (NPD).

Auffallend ist, dass Herr Patrick A. hier gezielt und unter dem Eindruck eines „besorgten Bürgers“ einen der Plakatierer ansprach, wissen wollte, was da passiert und sich völlig ahnungslos gab. Im weiteren Verlauf übernahm dann Herr Tobias V. die Redegewalt, während Herr Andrew Ron S. – teilweise vermummt – und Herr Patrick A. martialisch um die Personen liefen.

Zu den genannten Personen lassen sich allerhand Beispiele für ihre rechte Gesinnung benennen, die hier aber nicht Bestandteil sind.

Neben der schon erwähnten Begründung, dass die drei Neonazis nicht der gleichen politischen Meinung seien und sie deshalb die Plakate nicht gut finden – unabhängig davon das es sich um Werbung für eine Veranstaltung handelte – wurden verschiedene andere Begründungen herangezogen. Zum Beispiel, dass die Plakate schlecht für die Umwelt seien, da sie jetzt alle Plakate abreißen würden und so Papiermüll entstehe. Auch wurde argumentiert, dass sie ja ebenfalls keine Plakate mit ihrer politischen Meinung kleben würden. Kruder wurde es, als anschließend an diesen Argumentationen Tobias V. von einem „Gentleman agreement“ sprach, das besagt, dass man sich hier in Strausberg nicht gegenseitig „auf die Schnauze“ haut.

Die Plakatierer beendeten daraufhin ihre Arbeit und verließen den Ort. Was die Neonazis machten ist unklar.

Als Fazit ist zu beurteilen, dass es sich hier nicht um eine zufällige Begegnung gehandelt hat, sondern die rechten Protagonisten gezielt nach den Personen gesucht haben, da sie bestens darüber informiert waren, dass bereits an anderen Stellen plakatiert wurde und sie eine einheitliche Kleidung trugen, um im Zweifelsfall schwieriger identifiziert werden zu können.

Es ist anzunehmen, dass die Betroffenen bereits in der Strausberger Vorstadt beobachtet wurden und über Handy der militante Kreis mobilisiert wurde.

Hiermit ist klar erkennbar, dass Teile des rechten Spektrums gezielt die Gewalt im öffentlichen Raum suchen, um in rockerähnlicher Attitüde Gebietsansprüche geltend zu machen.

Inwieweit ggf. aus diesem Personenkreis weitere Straftaten begangen wurden oder begangen werden, ist bislang nicht klar zu beurteilen. Darüber hinaus stellt dieses Ereignis eine Zäsur dar, da organisierte Neonazis in den vergangenen Jahren fast nie so offen und bedrohend aufgetreten sind. Was das mit dem „Gentleman agreement“ auf sich hat, ist dabei fraglich.

 

Strausberg, der 19. April 2019

Internetverweise zu den Protagonisten:

Exzess:

Exzess – umtriebige Neonazis aus einem rockerähnlichen Milieu

http://oireszene.blogsport.de/2018/06/07/hassmusik-mit-vier-neonazi-bands/

https://runtervondermatte.noblogs.org/das-extrem-rechte-kampfsportturnier-tiwaz-kampf-der-freien-maenner/

http://apap.blogsport.eu/files/2014/01/hinter_den_kulissen_nummer_3_jahr_2013.pdf

Andrew Ron S.:

NPD Infotour durch Märkisch Oderland

https://www.antifa-berlin.info/recherche/1297-andrew-stelter—der-nazi-handwerker-in-deiner-wohnung

Kampfsportturnier in Strausberg mit Nazibeteiligung

Martialische Selbstinszenierung – Neonazis aus verschiedenen Bundesländern ziehen durch Marzahn-Hellersdorf

http://apap.blogsport.eu/files/2014/01/hinter_den_kulissen_nummer_3_jahr_2013.pdf

Kampfsportturnier in Strausberg mit Nazibeteiligung

Über die Technoparty am 23./24.3

Hallo Leute,

die Party ist schon einige Tag her und wir finden gut, dass wieder so viele Leute die Möglichkeit wahrgenommen haben, bei uns zu feiern. Wir haben von vielen Seiten gehört, dass die Feier ein voller Erfolg war. Die Tanzfläche war immer gut gefüllt und die Stimmung bis zur letzten Minuate toll. Für uns als Kollektiv, d.h. alle die Schichten davor, danach oder dabei, sowie die DJanes war der Abend aber auch sehr stressig.

Dennoch mussten wir den Abend nachdem die Musik vorbei war abrupt beenden, da es mehrere Zwischenfälle in und vor dem Haus gab. Wir sind alle keine Profis, aber wenn dem Einlassteam von einigen Gästen nach mehrfacher Aufforderung, das Haus zu verlassen, mit Gewalt gedroht wird, ist für diese Leute die Party vorbei. Das Haus soll ein Schutzraum sein und das Einlassteam versucht diesen zu wahren. Es kann dabei zu Missverständnissen kommen, jedoch ist liegt die Entscheidung beim Einlass und wir bitten euch, dies zu respektieren.

Schutzraum bedeutet nicht nur körperliche Unversehrtheit, sondern meint auch generellen respektvollen Umgang miteinander. Leider kam es bei der Party zu sexistischen und frauenverachtenden Äußerungen. Dies hat hier nichts zu suchen und wir behalten uns vor, die Leute, die es bei der letzten Party betraf beim nächsten Mal nicht rein zu lassen, und zukünftige Vorkommnisse solcher Art nicht zu tolerieren.

Trotz alledem war es ein wahnsinnig toller Abend und wir danken allen Technaut_innen dafür.

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

 

Hier zum Schluss noch der Soundtrack für alle Opfer der letzten und nächsten Technoparty(s):

The TCHIK – Minus 1  https://www.youtube.com/watch?v=JFyo8gmdakE

Spendenaufruf Balkanroute Winter 2018: No Border – No Nation – Just People

Wir unterstützen den Spendenaufruf und uns solidarisch mit allen Menschen auf der Flucht, vor was auch immer! Großes Danke an die Genoss_innen der „No Border – No Nation – Just People“ Kampagne für ihre Arbeit.

Hier der Aufruf

„Liebe Genoss_innen, Freund_innen und alle da draußen, denen das Schicksal anderer Menschen nicht egal ist,

erstmal einen riesengroßen Dank an euch Alle für die enorme Hilfsbereitschaft und Unterstützung durch Sach- und Geldspenden, die unseren letzten beiden Aufrufen im Winter 2015 folgten. Die Spendenbereitschaft war überwältigend und immer wieder berührte es uns, wie sich Solidarität anfühlen kann.

Viele Aktivist_innen fahren an die EU-Außengrenzen, um mit diesen Spenden teilweise über Wochen und Monate entlang der Balkanroute bis nach Griechenland und auf den griechischen Inseln Samos und vor allem Lesbos Geflüchteten zu helfen.

Die Fluchtursachen und -gründe bestehen weiterhin, die Abschottung der EU-Grenzen wird immer restriktiver und so das Leiden der Menschen auf der Flucht größer. Unsere Solidarität wird niemals enden, aber die Spendengelder sind aufgebraucht.

Wir befinden uns im Jahr 2018 und die meisten Medien schweigen zur aktuellen Situation auf den Fluchtrouten und zu denen, die unter den Strapazen der Flucht leiden müssen. Doch nur weil über die Situation nicht mehr berichtet wird, ist diese noch lange nicht vorbei. Noch immer sind Tausende auf der Suche nach Schutz und harren in unbeschreiblichen Zuständen vor der Festung Europas aus. Mehr als 30.000 Menschen erreichten in 2018 die griechischen Inseln, und sitzen dort unter katastrophalen Zuständen über Monate oder Jahre fest. Die ohnehin schlimmen Zustände werden durch den Winter weiter verschärft.

Tausende Menschen hängen entlang der Balkanroute fest, so leben z.B. 2500 Menschen in Bosnien-Herzegowina meist in Zelten, davon ein Drittel Familien mit Kindern und Minderjährigen. Die Situation ist katastrophal. Viele Sachspenden (Decken, Kleidung, Schuhe, Planen, Zelte) sind vor Ort. Was fehlt, ist Geld für frische Lebensmittel, die wir vor Ort einkaufen.

Wir konnten durch Eure Unterstützung Vieles bewegen, obwohl es in Anbetracht der Lage niemals genug sein wird. So konnte die No Border Kitchen Lesbos in 2017 und 2018 mit jeweils rund 100.000 Euro Spendengeldern die Menschen, die dort in schlimmen Zuständen festsitzen, unterstützen. Durch warme Mahlzeiten, Getränke, Decken und Kleidung können wir Menschen unterstützen, nicht jedoch ihnen ihre Würde zurückgeben. Wir können ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind und dass es auch in Europa Menschen gibt, die sich mit ihnen solidarisieren. Inzwischen haben sich unserer Crew auch Geflüchtete aus aller Welt angeschlossen ohne deren Hilfe wir den Support vor Ort gar nicht schaffen könnten.

Um unsere Vorhaben auch jetzt und in Zukunft weiter realisieren zu können, bitten wir Euch (erneut) um Eure Unterstützung.

Immer wieder fahren Gruppen oder Einzelpersonen von uns an die Orte des Geschehens, um sich ein direktes Bild der Lage zu machen und einen Überblick zu gewinnen, an welchen Orten es konkret welcher Hilfe bedarf. Ziel ist dabei auch, Informationen zu sammeln, sich mit Geflüchteten und anderen aktiven Gruppen zu vernetzen und hierzulande wieder mehr Transparenz zur aktuellen Situation zu schaffen.

Wir wenden uns hiermit nochmal an Euch alle mit der Bitte, uns (weiterhin) zu unterstützen. Zum einen sind wir dringend auf Geldspenden angewiesen, um überhaupt noch weiter kochen zu können. Was uns eint, ist, durch unsere Arbeit und die Bereitstellung von Verpflegung und technischer Infrastruktur vor Ort, konkrete Hilfe zu leisten und so die Menschen auf der Flucht bei der Überwindung der Grenzen praktisch zu unterstützen.

Wir bitten alle unsere Freund_innen und Genoss_innen, uns nach ihren Kräften und Möglichkeiten zu unterstützen und zu überlegen, wie und wo ihr in Eurem Umfeld evtl. Geld besorgen könnt, damit bei uns weiterhin der Kessel dampft.

Außerdem wäre es super, wenn Ihr diesen Aufruf möglichst breit streuen und weiterleiten könntet.
Online findet ihr ihn unter http://grenzenloskochenhannover.blogsport.de/2018/12/27/spendenaufruf-balkanroute-winter-2018-no-border-no-nation-just-people/.

In Solidarität,
Grenzenlos Kochen Hannover, als Teil der Kampagne “No Border – No Nation – Just People”

Infos zur Situation an den Grenzen:

http://bordermonitoring.eu/

Lesbos: https://noborderkitchenlesvos.noblogs.org/

Spendenkonto:

Kontoinhaber*in: VVN/BdA Hannover
Verwendungszweck: just people
Bank: Postbank Hannover
IBAN: DE67 250 100 3000 4086 1305
BIC: PBNKDEFFXXX
(Verwendungszweck beachten!)“

Beratungsangebot

Ab Januar bieten wir bei uns die Chance auf eine kostenlose Sozialberatung. Braucht ihr Hilfe bei Ausfüllen von Anträgen für´s Jobcenter und co? Habt ihr Stress zu Hause und wisst nicht, wie ihr eine eigene Wohnung finanzieren sollt? Oder habt ihr nen Berg von Schulden und wisst nicht weiter? Die Beratung bietet eine erste Anlaufstelle, kann euch direkt Untersützung geben oder kann euch bei der Suche vonn weiteren Ansprechpartner_innen supporten. Zusätzlich gibt es auch das Angebot zur Suchtberatung. Alles findet in 4-Augen-Gesprächen statt und wird professionell begleitet.

Falls ihr also bei verschiedensten Dingen Unterstützung braucht, dann kommt doch ab jetzt immer Mittwochs ab 17 Uhr in unseren Seminarraum!
Bis dahin!

los geht´s übrigens am 9. Januar.

Metall for Christmas I N T E N S E- E D I T I O N

10. Dezember um 10:12 ·

Schon wieder vergessen Geschenke zu besorgen?
Dann ist Christmas time: workshop time!
Weil:
Love is Love, Baby!

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Dann komm doch zu unseren, vor Funken sprühenden Wochenend-Metallworkshop!

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Alles For free aber natürlich keineswegs umsonst!
Nur einzulösen in der einzig wahren Harmonie, Kreativ und Wichtel Werkstatt

H O R T E
(PG-Avenue 25, Strausberch)
am 10./17.12.2018 von 16.00 bis 17.30 Uhr

U’uuuund EXTRA EXTRA!
am 22./23.12.2018 von 10.00 bis 16.00 Uhr

für alle Teens bis 18 Jahre.
(ja! Schade, aber is halt so)

Seminar Deutscher Kolonialismus

Am kommenden Samstag, den 8. Dezember holen wir das Seminar zum Thema „Deutscher Kolonialismus“ nach. Zusammen wollen wir uns die deutsche Kolonialgeschichte erarbeiten. Dabei wird diese, mit der anderer europäischer Staaten verglichen. Über Klärung der Rolle von Kolonien für das deutsche Kaiserreich wollen wir uns auch anschauen, wie viel diese zum Ausbruch des 1. Weltkrieges beitrugen und welche Bedeutungen die Kolonien nach dem 1. Weltkrieg hatten. Auch welche neuen Strategien die deutsche Politik genutzt hat, wie sich diese gewandelt haben und wie Deutschland bis heute Länder des globalen Südens in seiner Abhängigkeit behält, sowie daraus Vorteile zieht.

Auf letzteren Punkt gehen wir Januar, bei nächsten Seminar zu neuen kolonialen Strategien nochmal genauer ein.

Los geht es ab 11 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Start des Seminars wird gegen 12 Uhr sein und voraussichtlich 4-5 Stunden gehen. Kommt rum.

2012

Internationales Workcamp 2012 – 04.08.2012-19.08.2012

Ein Kernpunkt der Arbeit des Alternativen Jugendprojekts 1260 e.V. ist junge Menschen zur Selbstorganisation zu befähigen. Da wir in unseren Projekten stets eine demokratische Teilhabe fördern und rassistisches, sexistisches und homophobes Verhalten abbauen wollen, war das internationale Workcamp mit 20 Jugendlichen verschiedenster Sozialisation eine perfekte Konstellation, um voneinander zu lernen, Unterschiede zu akzeptieren und auch selbstkritisch die eigenen Vorurteile zu hinterfragen und abzubauen.

Eine Diskussion über gesellschaftlich zugeschriebenen Geschlechterrollen wurde zum Beispiel bei körperlich belastenden Arbeiten und beim Kochen geführt. Zu Beginn kam von einigen Teilnehmerinnen oft die Frage „Where are the boys?“, wenn schwere oder sperrige Dinge getragen werden mussten. Nach Ermutigungen oder dem Vorleben durch die Teamerinnen oder Aktiven aus dem „Horte“ merkten die Teilnehmerinnen bald, dass es an der Eigeninitiative und dem „sich trauen“ liegt und nicht am Geschlecht. Solche Nachfragen wurden mit der Zeit weniger. Konkret war unser Ziel, den Teilnehmer*innen so viel wie möglich Selbstbestimmung zu ermöglichen, sodass sie ihren Tagesablauf, die Organisation des Einkaufs, Reinigungsarbeiten und Kochens und auch der Arbeiten und ihrer Freizeit als Gruppe aushandeln können. Da dies auch das Prinzip unserer täglichen Vereinsorganisation ist, wurde den Teilnehmer*innen zu Beginn das Haus vorgestellt, die Geschichte beleuchtet und die Entscheidungsfindung im Haus erklärt. In Absprache mit den beiden Teamerinnen wurden die Teilnehmer*innen  nach und nach zu einer Camp-Organisation befähigt, die sie nach ihren Bedürfnissen selbst gestalten konnten. Bis eine Entscheidung der Gruppe  zustande kam, mussten die Einzelinteressen und -bedürfnisse der Jugendlichen aber erst einmal kommuniziert und in der Entscheidung berücksichtigt werden.
Zu Beginn war eine Selbstorganisation für die Jugendlichen noch ungewohnt – es wurde oft auf Anweisungen oder Vorgaben gewartet. Als von den Teamerinnen wiederholt verdeutlicht wurde, dass die Bedürfnisse der Teilnehmer*innen wichtig und ausschlaggebend für die Organisation des Camps sind, trauten sich nach und nach alle, diese auch zu äußern und gemeinsam den Alltag zu planen.

Bevor es mit den beiden hauptsächlichen Arbeitseinsätzen losging, fuhren wir mit den Teilnehmer*innen und einigen jungen Menschen aus dem Horte mit dem Fahrrad nach  Klosterdorf, um die Kommune „ÖkoLea“ zu besuchen und uns über diese alternative Art des Wohnens und Arbeitens zu informieren und in der dort betriebenen Holzofen-Bäckerei selbst Brot  und Pizza zu backen. Für die meisten Teilnehmer*innen war dies der erste Einblick in alternative Wohn- und Lebensmodelle; sie stellten viele Nachfragen und gaben an, dass es eine einmalige Erfahrung gewesen sei, das Leben und die Motivation der dortigen Bewohner so nah und authentisch miterlebt zu haben. Die recht großen Mengen an selbstgebackenem Brot (Holzofenbrot hält sich auch wesentlich länger, als industriell produziertes) führten neben einem sparsamen Umgang mit den gekauften Lebensmitteln und der Ernte von frischem Obst und Gemüse aus unserem Garten zu den verminderten Ausgaben für die Essensversorgung.

Lehmofenbau

Der Bau des Lehmofens auf einem Aktivspielplatz in Strausberg während der ersten Woche war ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt, bei dem Teamwork und voneinander lernen im Vordergrund standen. Es mussten Backsteine verlegt und ein Lehmgemisch für die Ziegel angefertigt werden. Dazu wurde Lehm, Sand, Heu und Wasser mit den Füßen vermengt und danach in Holzformen zu Ziegelsteinen geformt, die dann an der Luft trockneten. Alle Teilnehmer*innen arbeiteten an verschiedenen Arbeitsstationen und gaben denen, die gerade mit einer für sie neuen Aufgabe begonnen hatten, Tipps und Ratschläge. Beim ersten Anlauf stürzte der Lehmofen leider zur Hälfte ein. Die Teilnehmer*innen waren jedoch motiviert und nach einer gemeinsamen Beratungsrunde entschieden alle gemeinsam, zusätzlich am Samstag zum Spielplatz zu fahren, um den Ofen fertig zu stellen. Beim zweiten Anlauf klappte es schließlich und jetzt kann der Lehmofen von den Kindern und Jugendlichen, die den Aktivspielplatz besuchen, zum Pizza backen genutzt werden.

Fahrradkino

In der zweiten Woche wurde mit Begleitung von 2 Studenten der TU Berlin ein Fahrradkino gebaut, welches dazu dient, den Strom zum Film schauen komplett selbst durch Muskelkraft zu erzeugen.  Durch eine öffentlich ausgeschriebene Fahrradsammelaktion haben wir von vielen Anwohner*innen Strausbergs und Umgebung alte Fahrräder gespendet bekommen. Diese wurden wieder fahrtüchtig gemacht, also Felgen oder Schläuche ausgetauscht bzw. geflickt, Bremsen repariert, Ketten geölt und Pedalen gerichtet. Schon bei der Fahrradtour nach Klosterdorf zeigte sich, dass alle Teilnehmer*innen viel Spaß am Fahrradfahren hatten und so oft wie möglich die bereitgestellten Fahrräder für Einkäufe oder Ausflüge nutzten. Die meisten lernten also gleich noch, wie sie selbst kleinere Reparaturen an Fahrrädern vornehmen konnten. Da es für alle Beteiligten das erste Mal war, dass so ein Kino gebaut wurde, trafen wir auf viele unerwartete Hürden. Dies ist auch der Grund, warum die Ausgaben höher ausfielen, als zuvor geplant: Kleinteile, die vorher nicht mit eingeplant waren, waren recht teuer. So war zum Beispiel die Übersetzung vom Fahrrad zur Welle zu schwer und es mussten zusätzlich Teile eingekauft werden.

Graffiti-Workshop

Der Graffiti-Workshop wurde von den Teilnehmer*innen gut angenommen; unter der Anleitung einer erfahrenen Sprayerin wurde gemeinsam ein Motiv auf unsere legale Graffiti-Wand gesprüht. Das Motiv war ein großes „Workcamp 2012“ in verschiedenen Farben. Außerdem unterschrieben noch alle mit ihrem Namen (siehe Fotos). Während des Arbeitens gab es viele Nachfragen und Diskussionen zur Graffiti-Szene in der näheren Umgebung und es wurde sich auch über die Graffiti-Kultur in anderen Ländern ausgetauscht, sodass einige Teilnehmer*innen eigene Erfahrungen und Kenntnisse mit einbringen konnten.

Film-Workshop

Zum Workcamp ist ein kleiner Film entstanden, der von den Teilnehmer*innen selbst aufgenommen und auch – unter Anleitung – geschnitten wurde. Es fand sich eine handvoll Interessierte, die sich eine Einweisung in die Bedienung der Kamera geben ließen und je nach Lust untereinander tauschten. Da in der ersten Woche leider die Kamera kaputt war und eine neue erst in der zweiten Woche organisiert werden konnte, gibt es nur Filmmaterial von der zweiten Woche und dem Bau des Fahrradkinos.

Fotoworkshop

Einige der Teilnehmer*innen hatten – wie in der Ausschreibung für das Workcamp auch beschrieben – ihre Analog-Kameras mitgebracht. Ein kundiger Fotograf erklärte die chemischen und physikalischen Parameter der analogen Fotografie. In unserer Dunkelkammer konnten dann die Filme und Negative selbst von den Teilnehmer*innen entwickelt werden.

Im Rahmen des Workcamps entstand auch ein kleines Video. Was man sich hier auch gerne ansehen kann.

 

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Gastartikel zu unpolitischen OI und Deutschrock

Im POLIS ist ein guter Artikel von Christoph Schulze und Michael Weiss erschienen über unpolitischen OI und Deutschrock. Beide arbeiten für das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum (apabiz) in Berlin und veröffentlichten zum Thema weitere Artikel im Antifaschistischen Infoblatt.

Der Artikel ist gut und deshalb wollen wir ihn euch nicht vorenthalten. Zum Artikel (PDF)

Die kompletten sechsten Ausgabe der POLIS findet ihr hier.

Viel Spaß beim Lesen

eurer Hortekollektiv

Kein Bock auf die Durstigen Nachbarn

Schon seit einer Weile diskutieren wir über Bands, die sich selbst als „unpolitisch“ bezeichnen und wir müssen zugeben, dass wir in der Vergangenheit mit der Auswahl der Bands auf unseren Konzerten recht lasch umgegangen sind. So spielte im Jahr 2011 die Band „Durstige Nachbarn“ im Horte.

Ihr im Dezember veröffentlichtes Video „Scheiß auf eure Welt!“ ist für uns ein Anstoß, sich zu der Band zu äußern. Anhand des Videos wird deutlich, dass die Band ein selbsternannt „unpoltisches“ Weltbild vertritt.

Die Kernaussage im Video ist das pseudorebellische „Gegen alles Gegen jeden“ und das „Wir sind nicht Rechts wir sind nicht Links“ darf natürlich auch nicht fehlen. Die Welt wird als „abnormal“ angesehen, was wohl heißt dass die Band selbst normal sein muss inklusive heteronormativer Grütze und männlicher Ästhetik. Die Unfähigkeit zur kritischen Selbstbetrachtung wird mit der äußerst männlich vorgetragenen „Sei du selbst und gehe deinen eigenen Weg“ – Rhetorik verwechselt. So kann jede Kritik schnell als „ihr wollt uns ja nur unsere Meinung verbieten“ abgetan werden.

Wer eine „Good Night White Pride“ Fahne aufhängt und gleichzeitig auch „gegen links Stellung bezieht“ vollführt den guten alten oh-gott-bloß-nicht-als-links-gelten-sonst-lassen-wir-uns-von-Ideologie-vereinnahmen-und-können-nicht-mehr-selbstständig-denken-Eiertanz. Dass das ach so selbstständige Denken dabei gegen Kritik immun und gleichzeitig so stockkonservativ ist, dass man kotzen möchte, wird dabei wie so oft übersehen.

( Facebook Seite der Durstigen Nachbarn)

Bei allen Bemühungen, sich als unbequem, hinterfragend und eigenständig denkend darzustellen, reproduziert die Band „Durstige Nachbarn“ doch nur die konservativsten Inhalte einer Gesellschaft, die sie ja so hassen. Selbst die Geschichte, die in dem Video erzählt wird und ein Statement gegen rechts sein soll (ein Neonazi erkennt seine Irrtümer und gibt sein rechtes Leben auf) wird zur hohlen Phrase. Ohne den „die da oben verarschen uns nur“ Spirit würden sie CDU wählen.

Wir werden in Zukunft stärker darauf achten, welche Bands bei uns auftreten. Wir haben keine Lust auf sexistische, homophobe, antisemitische, nationalistische und rassistische Texte. Genauso wenig haben wir Lust, Bands die sich unter dem Label unpolitisch sehen eine Auftrittsplattform für ihr muskelprotzendes Gejammere zu bieten.

Euer Horte Kollektiv