Remember them – Pressemitteilung des AJP 1260 e.V. zur Gedenkaktion am Straussee

Jeden Tag ertrinken im Schnitt 6 Menschen, bei dem Versuch das Mittelmeer zu überqueren. Die Kriminalisierung von Akteur*innen der zivilen Seenotrettung, was nicht nur strafrechtliche Verfahren und vielleicht sogar mehrere Jahre Gefängnis als Folge des Rettens von Menschenleben beinhaltet, sondern auch die Stilllegung der Schiffe, verschlimmert die Situation zusätzlich. Das Mittelmeer ist durch die europäische Abschottungs- und Grenzpolitik zur tödlichsten Grenze auf der ganzen Welt geworden.

Dem begegnen viele Menschen mit Ignoranz. Neben einigen Menschenfeinden, denen das Sterben schlichtweg egal ist, ist der Fakt, das täglich Menschen im Mittelmeer sterben schlicht nicht präsent oder zu abstrakt. Es ist nur eine unbekannte, namenlose Menschenmenge, die da auf dem Wasser herumtreibt und auf Rettung wartet. Wir kennen nicht die Namen und die Gesichter der Toten, damit werden sie entmenschlicht und jede Empathie geht verloren. Dazu kommt, dass das Sterben weit weg vom Alltag stattfindet. Es wird nicht gesehen und nicht gehört. Das wollen wir ändern.

Am heutigen Gedenktag für die auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunkenen Menschen haben wir symbolisch einige Blumen am Wasser niedergelegt. Stephanie Hinze – Pressesprecherin des Alternativen Jugendprojektes 1260 e.V. – sagt dazu: „Wir wollen mit der Niederlegung der Blumen vor allem den Tausenden Toten gedenken, die jedes Jahr im Mittelmeer sterben. Die Aktion soll den Strausberger*innen aber auch die Realität des Sterbens von Geflüchteten ins Bewusstsein rufen.“ Dafür haben heute 10 Jugendliche mehrere Blumensträuße niedergelegt und ins Wasser gegeben. „Es ist wichtig das Sterben nicht schweigend hinzu nehmen, sondern darauf aufmerksam zu machen und es zu stoppen.“ sagt eine der Jugendlichen.

Die Aktion reiht sich in einen bundesweiten Gedenktag unter dem Titel „Remember them“ ein, zu dem die „Mission lifeline – search and rescue“ aufgerufen hat. 

Spendenaufruf Balkanroute Winter 2018: No Border – No Nation – Just People

Wir unterstützen den Spendenaufruf und uns solidarisch mit allen Menschen auf der Flucht, vor was auch immer! Großes Danke an die Genoss_innen der „No Border – No Nation – Just People“ Kampagne für ihre Arbeit.

Hier der Aufruf

„Liebe Genoss_innen, Freund_innen und alle da draußen, denen das Schicksal anderer Menschen nicht egal ist,

erstmal einen riesengroßen Dank an euch Alle für die enorme Hilfsbereitschaft und Unterstützung durch Sach- und Geldspenden, die unseren letzten beiden Aufrufen im Winter 2015 folgten. Die Spendenbereitschaft war überwältigend und immer wieder berührte es uns, wie sich Solidarität anfühlen kann.

Viele Aktivist_innen fahren an die EU-Außengrenzen, um mit diesen Spenden teilweise über Wochen und Monate entlang der Balkanroute bis nach Griechenland und auf den griechischen Inseln Samos und vor allem Lesbos Geflüchteten zu helfen.

Die Fluchtursachen und -gründe bestehen weiterhin, die Abschottung der EU-Grenzen wird immer restriktiver und so das Leiden der Menschen auf der Flucht größer. Unsere Solidarität wird niemals enden, aber die Spendengelder sind aufgebraucht.

Wir befinden uns im Jahr 2018 und die meisten Medien schweigen zur aktuellen Situation auf den Fluchtrouten und zu denen, die unter den Strapazen der Flucht leiden müssen. Doch nur weil über die Situation nicht mehr berichtet wird, ist diese noch lange nicht vorbei. Noch immer sind Tausende auf der Suche nach Schutz und harren in unbeschreiblichen Zuständen vor der Festung Europas aus. Mehr als 30.000 Menschen erreichten in 2018 die griechischen Inseln, und sitzen dort unter katastrophalen Zuständen über Monate oder Jahre fest. Die ohnehin schlimmen Zustände werden durch den Winter weiter verschärft.

Tausende Menschen hängen entlang der Balkanroute fest, so leben z.B. 2500 Menschen in Bosnien-Herzegowina meist in Zelten, davon ein Drittel Familien mit Kindern und Minderjährigen. Die Situation ist katastrophal. Viele Sachspenden (Decken, Kleidung, Schuhe, Planen, Zelte) sind vor Ort. Was fehlt, ist Geld für frische Lebensmittel, die wir vor Ort einkaufen.

Wir konnten durch Eure Unterstützung Vieles bewegen, obwohl es in Anbetracht der Lage niemals genug sein wird. So konnte die No Border Kitchen Lesbos in 2017 und 2018 mit jeweils rund 100.000 Euro Spendengeldern die Menschen, die dort in schlimmen Zuständen festsitzen, unterstützen. Durch warme Mahlzeiten, Getränke, Decken und Kleidung können wir Menschen unterstützen, nicht jedoch ihnen ihre Würde zurückgeben. Wir können ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind und dass es auch in Europa Menschen gibt, die sich mit ihnen solidarisieren. Inzwischen haben sich unserer Crew auch Geflüchtete aus aller Welt angeschlossen ohne deren Hilfe wir den Support vor Ort gar nicht schaffen könnten.

Um unsere Vorhaben auch jetzt und in Zukunft weiter realisieren zu können, bitten wir Euch (erneut) um Eure Unterstützung.

Immer wieder fahren Gruppen oder Einzelpersonen von uns an die Orte des Geschehens, um sich ein direktes Bild der Lage zu machen und einen Überblick zu gewinnen, an welchen Orten es konkret welcher Hilfe bedarf. Ziel ist dabei auch, Informationen zu sammeln, sich mit Geflüchteten und anderen aktiven Gruppen zu vernetzen und hierzulande wieder mehr Transparenz zur aktuellen Situation zu schaffen.

Wir wenden uns hiermit nochmal an Euch alle mit der Bitte, uns (weiterhin) zu unterstützen. Zum einen sind wir dringend auf Geldspenden angewiesen, um überhaupt noch weiter kochen zu können. Was uns eint, ist, durch unsere Arbeit und die Bereitstellung von Verpflegung und technischer Infrastruktur vor Ort, konkrete Hilfe zu leisten und so die Menschen auf der Flucht bei der Überwindung der Grenzen praktisch zu unterstützen.

Wir bitten alle unsere Freund_innen und Genoss_innen, uns nach ihren Kräften und Möglichkeiten zu unterstützen und zu überlegen, wie und wo ihr in Eurem Umfeld evtl. Geld besorgen könnt, damit bei uns weiterhin der Kessel dampft.

Außerdem wäre es super, wenn Ihr diesen Aufruf möglichst breit streuen und weiterleiten könntet.
Online findet ihr ihn unter http://grenzenloskochenhannover.blogsport.de/2018/12/27/spendenaufruf-balkanroute-winter-2018-no-border-no-nation-just-people/.

In Solidarität,
Grenzenlos Kochen Hannover, als Teil der Kampagne “No Border – No Nation – Just People”

Infos zur Situation an den Grenzen:

http://bordermonitoring.eu/

Lesbos: https://noborderkitchenlesvos.noblogs.org/

Spendenkonto:

Kontoinhaber*in: VVN/BdA Hannover
Verwendungszweck: just people
Bank: Postbank Hannover
IBAN: DE67 250 100 3000 4086 1305
BIC: PBNKDEFFXXX
(Verwendungszweck beachten!)“