Workshop Rechtsextremismus und Naturschutz

Zusammen mit der Fachstelle für Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) veranstaltet das Alternative Jugendprojekt 1260 e.V. am 31. August einen Einführungsworkshop zum Thema Rechtsextremismus und Naturschutz.

© Samuel Lehmberg, NaturFreunde Deutschlands

 

Umwelt- und Naturschutz waren immer auch schon Agitationsfelder für die politische Rechte. Lange Zeit war es sogar ein Kernthema rechter und konservativer Politik. Dabei wurde das Politikfeld mit der menschenverachtenden Ideologie der Rechten verknüpft, besonders zeigt das die „Blut- und Boden“-Ideologie des Nationalsozialismus, welche auf dem Ideal der bäuerlichen Landwirtschaft basierte. Heute wird Umweltpolitik mit alternativen Lebensstilen und linker Politik verbunden, was nicht zuletzt an den Anti-Kernkraft-Bewegungen der 80er Jahr liegt. Doch immer noch nutzen neue und alte Rechte Umweltpolitik, um Anschlüsse an die breite Gesellschaft zu bekommen.

Da zur Zeit immer mehr Menschen die ökologische Katastrophe bewusst wird, die die letzten Jahrhunderte Naturausbeutung gebracht hat, formiert sich dagegen breiter Widerstand. Um diesen Widerstand emanzipativ zu gestalten und in einem besseren Leben für alle münden zu lassen, ist es wichtig sich klar von Rechten abzugrenzen. Dafür müssen wir uns mit ihren Argumentationsmustern auseinander setzen.

Der Workshop führt allgemein in das Themenfeld ein. Die Teilnehmer*innen werden sensibilisiert für die historischen und die aktuellen Verknüpfungen des deutschen Natur- und Umweltschutzes mit extrem rechten Ideologien. Der Workshop versetzt die Teilnehmer*innen in die Lage, demokratiefeindliche und menschenverachtende Ideologien und Denkmuster im Natur- und Umweltschutz zu identifizieren. Darauf aufbauend erarbeiten und diskutieren wir mögliche Handlungsoptionen im Sinne einer Prävention und Intervention.

Die Teilnahme ist kostenlos. Start ist um 12 Uhr. Workshopdauer ca. 4 Stunden. Die Veranstaltung wird im Horte, in der Peter-Göring-Straße 25 in 15344 Strausberg stattfinden.

Theaterstück „Die vergessene Revolution“ im Horte

1918 – Eine Revolution. In Deutschland. Und erfolgreich.
2019 – Eine Revolution? In Deutschland? Und erfolgreich?

Die vergessene Revolution“ rückt die Novemberrevolution 1918 und ihre Errungenschaften für die heutige Demokratie wieder ins Gedächtnis.

Warum finden wir das aktuell wichtig?
Die bisherigen demokratischen Vermittlungs- und Aushandlungsinstitutionen werden immer mehr in Frage gestellt. Rechte, antidemokratische Parteien verzeichnen einen Stimmenzuwachs. Wir befinden uns auch heute wieder in einer Welt die quasi Kopf steht: Die geopolitischen Machtzentren ordnen sich neu; die industrielle Revolution 4.0 mit einem absehbaren Entwicklungssprung der Wirtschaft, die – wie das Aufkommen der Massenproduktion im letzten Jahrhundert – neue Herausforderungen für die Gesellschaft aufgibt, die weite Teile überfordern und verunsichern.

Was möchten wir mit dem Theaterstück?
In unmittelbarer Nähe zu den bevorstehenden Landtagswahlen im Land Brandenburg wollen wir zusammen mit dem Nö Theater mittels eines flammenden Plädoyers ein Augenmerk auf einen blinden Fleck der Geschichte, der Revolution 1918, legen. Wir wollen uns im Pubblikumsgespräch die Frage stellen: Wie soll eine lebenswerte Gesellschaft für alle aussehen? Wir unternehmen damit den Versuch, aus einem dokumentarischen Theaterstück neue Perspektiven auf unsere politische Zukunft zu entwickeln.

Wo: im Horte, Peter-Göring-Straße 25 in 15344 Strausberg

Wann: 20. August, Einlass 18 Uhr, Beginn 18.30

Eintritt frei.

 

Schauspiel: Soraya Abtahi, Natalie Buba, Anne K. Müller, Asta Nechajute, Sophie Roßfeld 
Inszenierung: Janosch Roloff
Lichtdesign: Marek Mauel, David Horster
Regieassistenz: Noelle Fleckenstein, Nele Schillo 
Dramaturgie: Felix Höfner
Flyermotiv: Nele Schillo

Ausstellungseröffnung „Keine Alternative“

Unsere Freund*innen und Genoss*innen vom VVN-BdA und der Verein „alternatives denken“ eröffnen am 14. August um 18 Uhr die Ausstellung „Keine Alternative“ in der Kreisgeschäftsstelle der Linken (Große Straße 45 in Strausberg).

Die Ausstellung analysiert die Ideologie der Partei „Alternative für Deutschland“ und die Beziehungen dieser Partei zu einer breiten völkischen Bewegung in Deutschland.

Die Ausstellung ist ein Aufruf und ein Weckruf, der AfD in aller Entschiedenheit entgegenzutreten.

Wir sehen uns da.

Wann wenn nicht… am 03.08.19 in MÜNCHEBERG

Der #WannWennNichtJetzt Marktplatz- & Konzerttourstopp in Märkisch Oderland #WannWennNichtJetzt wollen wir aufstehen für ein weltoffenes Märkisch- Oderland, in dem Chancengleichheit, Solidarität und Akzeptanz verbindende Werte sind. Für ein respektvolles Miteinander auf Augenhöhe, ganz gleich wie wir leben, wen wir lieben oder woher wir kommen. #WannWennNichtJetzt wollen wir laut und sichtbar eintreten für eine demokratische Zivilgesellschaft, in der kein Platz ist für Rassismus, Hass und Hetze, Gewalt und antidemokratische Parteien. Wie andere Regionen auch hat das Märkisch-Oderland mit einem massiven Rechtsruck zu kämpfen. Rassistische Ressentiments, autoritäre Einstellungen und faschistisches Gedanken“gut“ treten im Alltag immer offener und aggressiver zu Tage. Bisher Unsagbares wird ausgesprochen und viel zu oft toleriert. Bei den Europa- und Kommunalwahlen wurde die sogenannte Alternative für Deutschland mit ihrer menschenfeindlichen Ideologie stärkste politische Kraft. Deswegen wollen wir aufstehen gegen den Rechtsruck in unserer Region, als lebendiges, buntes und weltoffenes Märkisch-Oderland Farbe bekennen und anderen die Hand reichen, mit uns für eine menschliche und menschenwürdige Region einzutreten. Auf den Impuls der Aktivist*innen des Alternativen Jugendprojekts 1260 e.V. hin trifft sich die Initiative aus zivilgesellschaftlich engagierten Menschen seit März, um in Müncheberg ein demokratisches und antifaschistisches Fest auf die Beine zu stellen. Dabei ist die Initiative, die von der Stadt Müncheberg ausdrücklich unterstützt wird, in den letzten Monaten zu einem breiten gesellschaftlichen Bündnis herangewachsen. „Ziel war und ist es alle emanzipatorischen Kräfte aus der Region nachhaltig zusammenzubringen und gemeinsam ein gutes Leben für alle zu erstreiten.“ Sagt Stefanie Hinze, Pressesprecherin des Alternativen Jugendprojektes 1260 e.V.. „Selbstverständlich sind alle, die sich mit die Ideen und Zielen der #WannWennNichtJetzt-Kampagne und damit auch dem in Müncheberg agierenden Bündnis identifizieren am 3. August herzlich eingeladen.“#WannWennNichtJetzt sind Immer-Hier-Gewesene, Zugezogene und Rückkehrer*innen, die hier leben und gestalten. Und das soll auch so bleiben! Mit dabei: Kreis- Kinder- & Jugendring e.V & Mitgliedsvereine, Stadtpfarrkirche Müncheberg, Hofinitiativen & Landwirt*innen, Aktive aus Willkommensinitiativen, Vertreter*innen politischer Parteien, Haus des Wandels, Rückkehrerinitiative Thälmanns, Kulturschaffende, Laubenpieper*innnen und viele engagierte Einzelpersonen von Letschin über Strausberg bis Neuenhagen.

Ab um 12 Uhr fährt vom Horte ein Shuttle nach Müncheberg. Und am Abend wieder zurück. Kostenlos. See you.

Remember them – Pressemitteilung des AJP 1260 e.V. zur Gedenkaktion am Straussee

Jeden Tag ertrinken im Schnitt 6 Menschen, bei dem Versuch das Mittelmeer zu überqueren. Die Kriminalisierung von Akteur*innen der zivilen Seenotrettung, was nicht nur strafrechtliche Verfahren und vielleicht sogar mehrere Jahre Gefängnis als Folge des Rettens von Menschenleben beinhaltet, sondern auch die Stilllegung der Schiffe, verschlimmert die Situation zusätzlich. Das Mittelmeer ist durch die europäische Abschottungs- und Grenzpolitik zur tödlichsten Grenze auf der ganzen Welt geworden.

Dem begegnen viele Menschen mit Ignoranz. Neben einigen Menschenfeinden, denen das Sterben schlichtweg egal ist, ist der Fakt, das täglich Menschen im Mittelmeer sterben schlicht nicht präsent oder zu abstrakt. Es ist nur eine unbekannte, namenlose Menschenmenge, die da auf dem Wasser herumtreibt und auf Rettung wartet. Wir kennen nicht die Namen und die Gesichter der Toten, damit werden sie entmenschlicht und jede Empathie geht verloren. Dazu kommt, dass das Sterben weit weg vom Alltag stattfindet. Es wird nicht gesehen und nicht gehört. Das wollen wir ändern.

Am heutigen Gedenktag für die auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunkenen Menschen haben wir symbolisch einige Blumen am Wasser niedergelegt. Stephanie Hinze – Pressesprecherin des Alternativen Jugendprojektes 1260 e.V. – sagt dazu: „Wir wollen mit der Niederlegung der Blumen vor allem den Tausenden Toten gedenken, die jedes Jahr im Mittelmeer sterben. Die Aktion soll den Strausberger*innen aber auch die Realität des Sterbens von Geflüchteten ins Bewusstsein rufen.“ Dafür haben heute 10 Jugendliche mehrere Blumensträuße niedergelegt und ins Wasser gegeben. „Es ist wichtig das Sterben nicht schweigend hinzu nehmen, sondern darauf aufmerksam zu machen und es zu stoppen.“ sagt eine der Jugendlichen.

Die Aktion reiht sich in einen bundesweiten Gedenktag unter dem Titel „Remember them“ ein, zu dem die „Mission lifeline – search and rescue“ aufgerufen hat. 

Stellungnahme des AJP 1260 e.V. zu den Beschuldigungen seitens AfD Kreisverband MOL

In einem kurzes Statement zum Wahlkampf in Märkisch-Oderland beschwerte sich der Kreisverband der AfD MOL kürzlich über den im Kreis geführten Wahlkampf. Dabei wurden auch wir als AJP 1260 e.V. beschuldigt, Plakate der AfD beschädigt zu haben und einen undemokratischen Wahlkampf geführt zu haben, verbunden mit der Drohung uns die Finanzierungen in Form von Fördergeldern zu streichen. Die nicht haltbaren Vorwürfe geben einen Vorgeschmack auf das, womit wir und andere emanzipatorische Projekte in nächster Zeit von Seiten der AfD rechnen können. Vereine und Ehrenamtliche, die verschiedene Angebote und Orte schaffen, die Menschen ihre Wirkmächtigkeit in einer Gesellschaft klar machen und darüber Mitbestimmung und politische Teilhabe fördern, sind die Basis einer Gesellschaft. Unsere politische Bildungs- und Kulturarbeit als undemokratisch und „politikverwesend“ zu bezeichnen, zeugt vom geringen demokratischen Verständnis des AfD Kreisverbandes. Auch wenn wir in keinerlei Form das uns unterstellte durchgeführt haben, erklären wir uns dennoch solidarisch mit den Menschen, die die AfD nicht als demokratische Partei anerkennen und gegen agieren. Ganz einfach aus folgenden Gründen:

In einer pluralistischen Demokratie, wie der in der wir leben, treten verschiedene Meinungen auf. Die Meinungen sind durchaus konträr und oft auch schwer in einen Einklang zu bringen. Dies bedarf viel Zeit, Bereitschaft anderen zu zuhören und auch Lust sich am politischen Diskurs zu beteiligen. Mit einem ständigen wettern gegen „die da oben“, jeglicher Verweigerung an Anteilnahme in Vereinen, Gewerkschaften oder anderen Interessengruppen und alle, die nicht die eigene Meinung teilen als beschränkt zu bezeichnen ist jedoch keine Form die wir als demokratisch bezeichnen können, vielmehr ist dies demokratiefern. Hinzu kommt das auch in einer Demokratie nicht alles unter dem Label der Meinungsfreiheit gesagt werden darf. Explizit demokratiefeindliche Positionen müssen als diese benannt und gekennzeichnet werden und dürfen im demokratischen Diskurs auch nicht zugelassen werden. Rechtsextreme Positionen sind eben nicht Teil des demokratischen Pluralismus und gehören damit auch bekämpft. Die AfD vertritt und äußert solche Positionen aber stetig, wenn sie beispielsweise NS-Begriffe wie den der „Volksgemeinschaft“ wieder salonfähig machen will, offen antisemitisch das Holocaust-Denkmal in Berlin als „Mahnmal der Schande“ bezeichnet oder Schießbefehle gegen Menschen befürwortet. Aber auch die Angriffe gegen zivilgesellschaftliche Akteur_innen – wie von der AfD betrieben -, wenn sie eben nicht die eigene Meinung vertreten, sind undemokratisch.

Die 6 Dimensionen des Rechtsextremismus (Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Chauvinismus, Autoritätsdenken bzw. befürworten von autoritären Regierungsformen, Verharmlosung des Nationalsozialismus und Sozialdarwinismus) finden sich im Denken und Handeln der AfD und vieler Anhänger_innen wieder. Als linker Verein wenden wir uns klar dagegen und lassen uns nicht von der AfD einschüchtern.

Eure nicht ganz so bildungsfernen Protagonisten der politischen Verwesung.

Antifainfoabend mit Konzert von ZSK + Bei Bedarf

Hallo,

nochmal vielen Dank für eure Mails und Anmeldungen im Voraus, das hat uns eine gute Möglichkeit für eine realistische Einschätzung gegeben. Wir haben uns entschieden das Konzert drinnen stattfinden zu lassen und uns nicht auf zu große finanzielle Wagnisse einzulassen, die beim OpenAir auf uns zu gekommen wären. Das heißt ab 18 Uhr ist der Einlass offen und pünktlich beginnt dann um 18.30 die Infoveranstaltung zur AfD, wo wir nicht nur auf den politischen Kern der Partei der Neuen Nazis eingehen, sondern auch ein paar Worte zu den Wahlergebnissen bei uns los werden wollen – Ab 20.30 – auch pünktlich – beginnt dann das Konzert.

Wer uns vorher eine Mail geschrieben hat, kommt mit seinen Freund_innen sicher rein. Ansonsten gilt früh da sein.

Wir freuen uns auf Freitag, Bis denne euer horte_kollektiv

#wann, wenn nicht jetzt

Wir beteiligen uns an der Kampagne #wann, wenn nicht jetzt (https://wannwennnichtjetzt.org/). Wir überlassen den Rechten nicht einfach das Feld und setzen uns für eine solidarische und offene Gesellschaft ein! Doch das machen wir nicht allein. Viele Vereine und Projekte aus Märkisch-Oderland machen mit. Zusammen organisieren wir am 3. August in Müncheberg ein Marktplatzfest, mit Musik, Diskussionen, Workshops, Markt- und Infoständen und vielem mehr. Also Terminkalender rausholen und vormerken. Wer mitmachen will, kann uns gerne anschreiben. Ihr könnt aber auch die Crowdfundingkampagne unterstützen und uns, sowie allen weiteren Mitstreiter_innen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen, die Kampagne ermöglichen. (http://www.visionbakery.com/wannwennnichtjetzt)

Venceremos!

 

Antifa-Infoabend + Konzert mit ZSK und Bei Bedarf

Wir sind überwältigt von der großen Resonanz auf das Konzert in Strausberg. Die Horte ist klein, es wird sehr voll und es gibt nur Abendkasse. Damit vor allem diejenigen von euch, die weit fahren müssen, nicht vor der Tür stehen, läuft das folgendermaßen:

Schickt ganz schnell eine Email mit eurem Vornamen und der Personenanzahl mit der ihr zum Konzert kommt an:
info@horte-srb.de

Alle die sich vorab anmelden, kommen auf eine Liste von Leuten die definitiv an dem Abend reinkommen. Eintritt bleibt 5€.

Für alle die keine Mail schreiben, können wir nicht garantieren, dass sie reingelassen werden.

Analyse von rechten Straftaten in 2018 in Märkisch-Oderland der AG BOrG

Die AG Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt (AG BOrG) des Alternativen Jugendprojekt 1260 e.V sammelt stetig Delikte mit rechtem Tathintergrund und erstellt für jedes Jahr Chroniken. Im Folgenden wollen wir eine Kurze Analyse der Chronik aus 2018 vorstellen:

Offene Präsenz von Neonazis in Form von Demonstrationen oder Kundgebungen kommen im Landkreis relativ selten vor. Aber wie 2018 zeigt, sind sie nicht gänzlich verschwunden – letztes Jahr fanden rechte Versammlungen wieder vermehrt in Märkisch-Oderland statt. Der Schein, dass es damit eine kleine oder inaktive rechte Szene gibt, trügt aber, wie die Chronik der AG BorG Strausberg zeigt. Die Zahl der Taten mit rechten Tatmotiv in den letzten Jahren schwankt, aber die Zahl der Delikte wie Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung bleibt in etwa über die Jahre gleich. In 2018 gab es insgesamt 33 Delikte mit einem klaren rechten Tathintergrund (2017: 20). Davon waren insgesamt 6 Körperverletzungen (2017: 0), wobei wiederum die Hälfte davon gefährliche Körperverletzungen waren. Beleidigung und Volksverhetzung wurden jeweils 3 mal erfasst (2017: 6 & 4). Ein besonders hoher Anteil der Straftaten in 2018 waren Sachbeschädigungen in Form von Graffitis und Schmierereien, Sticker, aber auch tatsächliche Zerstörung. 33 dieser Taten wurden in 2018 erfasst, wobei ein klarer Schwerpunkt in Strausberg liegt. Im letzten Jahr fanden sich sehr häufig gesprühte oder gemalte nazistische Symbole wie Hakenkreuze oder Runen, aber auch jede Menge Sticker. Nicht unerheblich waren auch die Sticker der neonazistischen Kleinstpartei „der III. Weg“. Bei diesen Delikten haben sich vor allem Strausberg Vorstadt, aber auch die Altstadt von Strausberg als Hotspots herauskristallisiert. Zusätzlich tauchte auch Seelow vermehrt als Ort von rechten Delikten auf. Hier spielt sicherlich auch die Entstehung der „Kameradschaft Märkisch-Oderland“, die dem Raum Seelow zugeordnet wird, eine Rolle. Bad Freienwalde wurde – im Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen es dort viele rechte Übergriffe auf Geflüchtete gab – nur eine Straftat mit klaren rechten Hintergrund registriert.

NPD und Rechtsrock

Die NPD – eigentlich in einem desolaten Zustand im Kreis – hat sich im April 2018 mit einer Infostandtour durch Märkisch-Oderland wieder bemerkbar gemacht. Insgesamt 5 Infostände, je einer in Seelow, Bad Freienwalde, Münchberg, Fredersdorf und Rüdersdorf, haben sie am 28. April abgehalten. Dabei wurde die Aktion vor allem durch Aktive aus anderen Kreisverbänden maßgeblich organisiert und durchgeführt. (Siehe auch: https://inforiot.de/npd-infotour-durch-maerkisch-oderland/).

Ein weiteres Event, was wiederum die Organisiertheit und die Vernetzung der Rechtsrock-Szene, explizit der Strausberger Neonazi Band „Exzess“ in Märkisch-Oderland zeigt, ist ein Konzert, das im Mai 2018 in Garzin stattfand. Um 500 Neonazis haben sich auf einem Privatgrundstück zusammengefunden. Zusätzlich zu „Exzess“ spielte auch die Berliner Band „Die Lunikoff-Verschwörung“.

AfD im Landkreis

Die AfD war in 2018 im Kreis weiterhin sehr präsent, vor allem über die sogenannten Stammtische oder andere Austausch- und Gesprächskreise. Dennoch sind wesentlich weniger dieser Events in 2018 durchgeführt worden, – insgesamt: 23 – als noch 2017 (32). Dies könnte am Wahljahr 2017 gelegen haben. Dafür versuchte die AfD aber ein Großevent zu organisieren. Am 1. September lud der Kreisverband zu einer Konferenz, wo die AfD die „soziale Frage“ diskutieren wollte, mit teils prominenten und klar rechts bis neonazistisch zu verortenden Gästen (siehe auch: https://inforiot.de/afd-in-mol/). Die Konferenz war durch die wenigen Teilnehmenden und den breiten Protest dagegen jedoch ein Flop. Tätigkeitsschwerpunkte für die AfD waren 2018 die Orte Strausberg, Müncheberg und Hönow, wo sie viele Veranstaltungen organisierten. Zusätzlich gründete sich in Wriezen eine eigene Ortsgruppe mit „Bürgerbüro“. Auch in Strausberg wird seit einem Jahr relativ folgenlos versucht, eine Ortsgruppe ins Leben zu rufen. Kurz wurde die AfD auch im September in Seelow aktiv, als es um die Unterbringung von Geflüchteten in einem Ortsteil ging. Schnell mobilisierten sie unter dem üblichen stumpfen Rassismus zu einer Kundgebung unter dem Titel „Nein zum Ghetto“. Die Teilnehmenden waren neben Anwohner_innen auch Neonazis aus Seelow, wo die AfD keinerlei Berührungsängste zeigte.

Jüngste Geschehnisse – Imbissbrand

Durch die zeitliche Nähe zum Jahr 2018 und der noch nicht weiteren Publikmachung, möchten wir hier noch kurz auf einen Imbissbrand Mitte Februar in Strausberg Vorstadt eingehen. Der Döner-Imbiss von einem aus Syrien geflohenen Mann ging gegen 4 Uhr morgens in Flammen auf. Eine Augenzeugin berichtete von einem Knall und fliehenden Menschen. Alles deutet also auf Brandstiftung hin. In Kombination mit den Analysen von oben wird deutlich, das Strausberg Vorstadt ein Hotspot für rechte Aktivitäten ist. Was Graffitis und Sticker schon andeuteten, zeigt der Brandanschlag nochmals: es gibt eine aktive rechte Szene in Strausberg, die wie eh und je in Strausberg Vorstadt verankert ist. Der Imbiss wurde nur einen Monat vor dem Brand eröffnet.

Stellungnahme AG „Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt“ Strausberg

Hiermit möchten wir kurz über einen Sachverhalt vom vergangenen Freitag, den 12.04.2019 informieren.

Am Freitag übernahmen Freunde des Vereins „Alternatives Jugendprojekt 1260 e.V. – Horte“ die Bewerbung der Veranstaltung am 20.April, in dem Plakate in Strausberg angebracht wurden. Der 20. April wird von Neonazis gemeinhin als „Führergeburtstag“ gefeiert. Dieses im Hinterkopf habend, hatten die Plakate einen klaren antifaschistischen und antihitlerischen Inhalt.

Gegen 23 Uhr wurden die Plakatierenden dann am Bahnhof Strausberg-Stadt anfangs von nur einer schwarz-gekleideten Person angesprochen, was sie da machen würden. Die Plakatierenden erklärten daraufhin , dass sie Werbung für die Veranstaltung kleben würden. Kurz darauf kamen zwei weitere, ebenfalls schwarz gekleidete und teilweise vermummte Personen, aus der anderen Richtung und sprachen die Plakatierer ebenfalls an. Die drei Personen gehörten klar zusammen und forderten die Plakatierer auf, ihre Tätigkeiten sofort einzustellen, teils mit der Begründung, dass sie nicht der gleichen politischen Meinung wären.

Nachdem der Fall an uns heran getragen wurde, sahen wir uns mit den Bedrohten gemeinsam Bilder/Fotos im Internet zur örtlichen Neonaziszene an und konnten die Angreifer zweifelsfrei identifizieren.

Hierbei handelt es sich um die zwei Bandmitglieder der Rechtsrockband „Exzess“: Tobias V. (Gesang, MMA-Kämpfer) und Patrick A. (Schlagzeug, ehemals DVU-Kandidat), sowie um Andrew Ron S. (NPD).

Auffallend ist, dass Herr Patrick A. hier gezielt und unter dem Eindruck eines „besorgten Bürgers“ einen der Plakatierer ansprach, wissen wollte, was da passiert und sich völlig ahnungslos gab. Im weiteren Verlauf übernahm dann Herr Tobias V. die Redegewalt, während Herr Andrew Ron S. – teilweise vermummt – und Herr Patrick A. martialisch um die Personen liefen.

Zu den genannten Personen lassen sich allerhand Beispiele für ihre rechte Gesinnung benennen, die hier aber nicht Bestandteil sind.

Neben der schon erwähnten Begründung, dass die drei Neonazis nicht der gleichen politischen Meinung seien und sie deshalb die Plakate nicht gut finden – unabhängig davon das es sich um Werbung für eine Veranstaltung handelte – wurden verschiedene andere Begründungen herangezogen. Zum Beispiel, dass die Plakate schlecht für die Umwelt seien, da sie jetzt alle Plakate abreißen würden und so Papiermüll entstehe. Auch wurde argumentiert, dass sie ja ebenfalls keine Plakate mit ihrer politischen Meinung kleben würden. Kruder wurde es, als anschließend an diesen Argumentationen Tobias V. von einem „Gentleman agreement“ sprach, das besagt, dass man sich hier in Strausberg nicht gegenseitig „auf die Schnauze“ haut.

Die Plakatierer beendeten daraufhin ihre Arbeit und verließen den Ort. Was die Neonazis machten ist unklar.

Als Fazit ist zu beurteilen, dass es sich hier nicht um eine zufällige Begegnung gehandelt hat, sondern die rechten Protagonisten gezielt nach den Personen gesucht haben, da sie bestens darüber informiert waren, dass bereits an anderen Stellen plakatiert wurde und sie eine einheitliche Kleidung trugen, um im Zweifelsfall schwieriger identifiziert werden zu können.

Es ist anzunehmen, dass die Betroffenen bereits in der Strausberger Vorstadt beobachtet wurden und über Handy der militante Kreis mobilisiert wurde.

Hiermit ist klar erkennbar, dass Teile des rechten Spektrums gezielt die Gewalt im öffentlichen Raum suchen, um in rockerähnlicher Attitüde Gebietsansprüche geltend zu machen.

Inwieweit ggf. aus diesem Personenkreis weitere Straftaten begangen wurden oder begangen werden, ist bislang nicht klar zu beurteilen. Darüber hinaus stellt dieses Ereignis eine Zäsur dar, da organisierte Neonazis in den vergangenen Jahren fast nie so offen und bedrohend aufgetreten sind. Was das mit dem „Gentleman agreement“ auf sich hat, ist dabei fraglich.

 

Strausberg, der 19. April 2019

Internetverweise zu den Protagonisten:

Exzess:

Exzess – umtriebige Neonazis aus einem rockerähnlichen Milieu

http://oireszene.blogsport.de/2018/06/07/hassmusik-mit-vier-neonazi-bands/

https://runtervondermatte.noblogs.org/das-extrem-rechte-kampfsportturnier-tiwaz-kampf-der-freien-maenner/

http://apap.blogsport.eu/files/2014/01/hinter_den_kulissen_nummer_3_jahr_2013.pdf

Andrew Ron S.:

NPD Infotour durch Märkisch Oderland

https://www.antifa-berlin.info/recherche/1297-andrew-stelter—der-nazi-handwerker-in-deiner-wohnung

Kampfsportturnier in Strausberg mit Nazibeteiligung

Martialische Selbstinszenierung – Neonazis aus verschiedenen Bundesländern ziehen durch Marzahn-Hellersdorf

http://apap.blogsport.eu/files/2014/01/hinter_den_kulissen_nummer_3_jahr_2013.pdf

Kampfsportturnier in Strausberg mit Nazibeteiligung

Über die Technoparty am 23./24.3

Hallo Leute,

die Party ist schon einige Tag her und wir finden gut, dass wieder so viele Leute die Möglichkeit wahrgenommen haben, bei uns zu feiern. Wir haben von vielen Seiten gehört, dass die Feier ein voller Erfolg war. Die Tanzfläche war immer gut gefüllt und die Stimmung bis zur letzten Minuate toll. Für uns als Kollektiv, d.h. alle die Schichten davor, danach oder dabei, sowie die DJanes war der Abend aber auch sehr stressig.

Dennoch mussten wir den Abend nachdem die Musik vorbei war abrupt beenden, da es mehrere Zwischenfälle in und vor dem Haus gab. Wir sind alle keine Profis, aber wenn dem Einlassteam von einigen Gästen nach mehrfacher Aufforderung, das Haus zu verlassen, mit Gewalt gedroht wird, ist für diese Leute die Party vorbei. Das Haus soll ein Schutzraum sein und das Einlassteam versucht diesen zu wahren. Es kann dabei zu Missverständnissen kommen, jedoch ist liegt die Entscheidung beim Einlass und wir bitten euch, dies zu respektieren.

Schutzraum bedeutet nicht nur körperliche Unversehrtheit, sondern meint auch generellen respektvollen Umgang miteinander. Leider kam es bei der Party zu sexistischen und frauenverachtenden Äußerungen. Dies hat hier nichts zu suchen und wir behalten uns vor, die Leute, die es bei der letzten Party betraf beim nächsten Mal nicht rein zu lassen, und zukünftige Vorkommnisse solcher Art nicht zu tolerieren.

Trotz alledem war es ein wahnsinnig toller Abend und wir danken allen Technaut_innen dafür.

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

 

Hier zum Schluss noch der Soundtrack für alle Opfer der letzten und nächsten Technoparty(s):

The TCHIK – Minus 1  https://www.youtube.com/watch?v=JFyo8gmdakE